01.06.2015|Bauhauptgewerbe

Bauhauptgewerbe: Kapazitätsauslastung im Hochbau über Vorjahresniveau

Im Bauhauptgewerbe setzte sich auch im Mai die Aufwärtstendenz des Geschäftsklimas fort. Die Zufriedenheit mit der Geschäftslage nahm weiter zu, hinsichtlich ihrer Geschäftsperspektiven blieben die Betriebe zuversichtlich. Der Auslastungsgrad der Gerätekapazitäten ist gestiegen; er lag mit 76 % (saisonbereinigt)[1] knapp über dem vergleichbaren Vorjahresniveau (75 %). Bei rund einem Viertel der Betriebe wurde die Bautätigkeit behindert, am häufigsten durch Auftragsmangel (13 %). Mit deutlichem Abstand folgten Witterungseinflüsse (8%). Im Vorjahr wurden diese Gründe von 18 % bzw. 1 % der Betriebe angeführt. Die Reichweite der Auftragsreserven hat im Durchschnitt der Bausparten zugenommen. Mit 3,4 Monaten war sie deutlich höher als im Mai 2014 (2,9 Monate). Den Firmenmeldungen zufolge konnten die Bauleistungspreise weiter angehoben werden. In den kommenden Monaten dürfte sich der Preisanstieg nach Einschätzung der Testteilnehmer fortsetzen. Die Personalpläne sprechen wie bisher für einen anhaltenden Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften.

Im Hochbau konzentrierte sich die Verbesserung der Geschäftslage auf den öffentlichen und gewerblichen Hochbau, im Wohnungsbau fielen die Lageurteile ähnlich gut aus wie im April. Die Geschäftserwartungen schwächten sich dagegen spartenübergreifend ab. Während im Wohnungsbau sowie im öffentlichen Hochbau die Zuversicht noch knapp überwog, wurden im gewerblichen Hochbau leichte Risiken bei der Fortsetzung einer bisher guten Geschäftsentwicklung gesehen. Die Kapazitätsauslastung ist im Durchschnitt der Hochbausparten gestiegen. Mit 78 % (saisonbereinigt) waren die Maschinen und Geräte etwas besser ausgelastet als ein Jahr zuvor (76 %). Die Reichweite der Auftragsbestände verlängerte sich auf 3,9 Monate (Mai 2014: 3,1 Monate).

Im Tiefbau wurde die Geschäftssituation erneut positiver bewertet. Die Lageurteile erreichten den höchsten Stand im bisherigen Jahresverlauf. In den Geschäftserwartungen setzte sich Zuversicht durch. Die Testteilnehmer sahen nun einen kleinen Spielraum für eine weitere Verbesserung der Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten. Die Reichweite der Auftragsbestände verkürzte sich geringfügig, sie lag mit 2,4 Monaten abermals knapp unter dem Vorjahresniveau (2,6 Monate). Der Auslastungsgrad des Maschinenparks hat zugenommen, er war mit 73 % ebenso hoch wie zur gleichen Zeit im Vorjahr (alle Werte saisonbereinigt).



[1] Änderung der Saisonbereinigung ab Januar 2015: Umstellung vom ASA-II-Verfahren auf das vom U.S.Bureau of the Census entwickelte und international weit verbreitete X-13 ARIMA-SEATS-Verfahren. Mit der Umstellung werden die Zeitreihen ohne Witterungsbereinigung ausgewiesen.

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